Topic-icon Rechtschreibung bewerten

  • herrn.emrich
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8 Monate 2 Wochen her #9

Folgende Fragestellung schiebe ich immer wieder vor mir her: Wie bewerte ich die Rechtschreibung in den Texten der Kinder (gerecht)? Zum Hintergrund: In den Lehrplänen des Landes NRW steht:

Fachbezogene Bewertungskriterien sind insbesondere: die Feststellung, an welcher Stelle auf dem Weg zur normgerechten Schreibung die Schülerinnen und Schüler stehen; Grundlage sind die eigenen Texte.

Kinder machen in ihren eigenen Texten Fehler. Ich kann nun hingehen, die Wörter des Textes und die enthaltenen Fehler zählen und komme dann auf einen bestimmten Fehlerquotienten. Dazu kann ich dann eine Tabelle entwerfen, welcher Quotient welcher Note entspricht. Was dabei nicht berücksichtigt wird: Fehler haben eine unterschiedliche Qualität. Baue ich in meinen Text viele unbekannte bzw. Fremdwörter ein, dann werden mir dabei ggf. mehrere Fehler unterlaufen. Ein Kind mit einfacherem Wortschatz, das bspw. Nomen häufig klein schreibt, baut dann ggf. gleich viele Fehler ein, diese haben jedoch (für mich) eine ganz andere Qualität. Man müsste als Fehler nicht nur quantitativ erfassen, sondern (irgendwie) auch qualitativ. Bisher habe ich jedoch noch kein Modell gefunden, das hier wirklich hilfreich ist. Natürlich gibt es Beobachtungsbögen, in die ich Fehler einsortieren kann, aber daraus muss man dann ja noch (irgendwie) eine Leistungsbewertung basteln.

Was kennt/nutzt ihr so?

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8 Monate 2 Wochen her #10

In den eigenen Texten der Kinder bewerte ich nur die Fehler, die aufgrund bisher erlernter Strategien und Regeln bzw. aus dem Grundwortschatz vermeidbar waren.
Derzeit schreiben meine Kinder viel frei über das Wetter, Klima, Klimaveränderungen usw., weil das Sachthema sie sehr fesselt. Wird hier z.B. "Welder" statt "Wälder" geschrieben, ist dies eindeutig ein Fehler, bei "Kolendioxid" gibt es keinen Fehler, obwohl wir das Dehnungs-h behandelt haben.
Ich nutze für die Korrektur zwei verschiedene Farben: rot für "das hättest du wissen müssen", orange für "Fehler, den du noch nicht nachprüfen konntest bzw. Wort, was du noch nicht gelernt hast".
Die Korrekturarbeit ist ein Knochenjob und dauert gefühlte Ewigkeiten.

Aaaaber, in eigenen Texten wird bei uns in Hessen die Rechtschreibung grundsätzlich nicht bewertet. Bei Personenbeschreibungen, Bildergeschichten usw. kann man sich an unserer Schule Zusatzpunkte "erarbeiten", wenn man GWS Wörter richtig schreibt, Satzanfänge und Nomen groß, usw.

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8 Monate 2 Wochen her #13

GabiS. schrieb: Aaaaber, in eigenen Texten wird bei uns in Hessen die Rechtschreibung grundsätzlich nicht bewertet.


Es lebe das föderale Bildungssystem ;)

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