learningapps.org

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Auf der Seite learningapps.org, die von der PH Bern entwickelt und betreut wird, kann man kostenlos (und sehr einfach) Lern- und Übungsprogramme entwickeln und den Schülern bereitstellen. Zudem kann man auf eine Vielzahl der bereits durch andere Lehrer und Lerner erstellten Apps zugreifen. Die Nutzung der Seite ist auch auf Tablets bequem möglich. Wer mit Learningapps starten möchte, kann hierzu beispielsweise das Tutorial nutzen, welches durch die Grundfunktionen führt. Dieser Artikel möchte hier die wichtigsten Funktionen der Seite vorstellen. Weitere Tutorialvideos sind auf der letzten Seite dieses Beitrags verlinkt.

Konto und Klasse anlegen

Viele Bereiche von Learningapps lassen sich auch ohne Konto nutzen. Allerdings lohnt es durchaus, sich auf der Seite kostenlos zu registrieren, da der Funktionsumfang noch einmal deutlich steigt. So werden die erstellten Apps dann dem eigenen Konto zugeordnet und können schneller wiedergefunden werden. Zudem kann man als angemeldeter Lehrer ein Konto für die Klasse einrichten. Für jeden Schüler lassen sich Benutzername und Passwort individuell wählen, so dass man hier auch die Zugangsdaten von Antolin (manuell) übernehmen lassen. Der Vorteil für die Kinder liegt dann darin, dass sie sich nur noch einen Satz von Zugangsdaten merken müssen. Kinder, die sich über so ein Klassenkonto bei Learningapps anmelden, haben dann Zugriff auf einen Klassenordner, in den der Lehrer eine Vorauswahl an Apps ablegen kann. Thematisiere ich im Mathematikunterricht gerade die Uhr, dann kann ich die dazu passenden Apps (und da gibt es einige) in diesen Ordner ablegen und die Kinder damit üben lassen. Innerhalb des Klassenordner lassen sich sogar noch Unterordner anlegen, um bei größeren Appsammlungen den Überblick zu behalten.

 

Über eine (sehr einfach gehaltene) Statistikfunktion kann ich als Lehrkraft überprüfen, welcher Schüler bereits mit welcher App erfolgreich gearbeitet hat. Einige Apps bieten sogar einen Multiplayermodus, so dass die Kinder einer Klasse gegeneinander antreten können. 

 

Apps passgenau erstellen

Nun gibt es ja Lern- und Übungsprogramme schon seit vielen Jahren. Sie sind in allen erdenklichen Farben und Formen, kostenlos und kostenpflichtig, webbasiert und plattformgebunden verfügbar. Eigene Lernprogramme könnte man schon vor vielen Jahren mit HotPotatoes (na, wer erinnert sich?) erstellen. Worin liegt also jetzt der große Gewinn? Ein großer Vorteil ist mit Sicherheit, dass die Plattform kostenlos und sehr offen gestaltet ist. Ich kann alle Apps direkt über die Plattform nutzen. Ich kann sie in meinem Klassenraumordner nutzen. Ich kann sie aber auch über einen Einbettungscode auf meiner eigenen Internetseiten nutzen oder in meine bestehende Lernplattform wie moodle oder itslearning einbinden.Durch die Verfügbarkeit im Browser bin ich auch nicht an ein bestimmtes Gerät oder Betriebssystem gebunden. Mit Blick auf die vorherrschende schulische IT-Ausstattung bleibt zudem festzuhalten, dass die Apps in der Regel auch auf alten bis sehr alten Geräten laufen.

Der viel größere Nutzen liegt aber darin, dass man Apps passgenau für die Bedürfnisse der Schüler erstellen kann. So habe ich z.B. vor einigen Jahren ein kleines Lernprogramm zur Fahrradprüfung an unserer Schule erstellt. Bei der Begehung der Prüfungsstrecke habe ich schnell ein paar Bilder gemacht, zu Hause zu den Knackpunktstellen schnell ein paar Fragen überlegt und fertig war das Übungsprogramm. Hier lassen sich mit Sicherheit viele weitere Szenarien finden, in denen eine passgenau erstellte App den Lernprozess unterstützen kann.

 

Apps durch Schüler erstellen lassen

Mit einer dritten oder vierten Klasse kann man sich dann mit Sicherheit auch einmal daransetzen und die Schüler selbst Apps erstellen lassen. So könnten zum Beispiel zu einer Lektüre Quizspiele im Stile von Wer wird Millionär gestaltet werden. Da die Bedienung des Editors sehr einfach und intuitiv gehalten ist, sollte dies durchaus machbar sein. Die Erstellung der Fragen kann dann zum Beispiel auch zu Diskussionen führen, was denn nun leichte und besonders schwierige Fragen sind. Eine Millionenfrage sollte sich ja deutlich von einer 100€-Frage abheben.

 

Vorlagen nutzen

Bei der Erstellung neuer Apps kann man aus zahlreichen Vorlagen wählen. Auf der nächsten Seite dieses Artikels habe ich 48 verschiedene Vorlagen gefunden, die ich auf learningapps.org gefunden habe. Vermutlich gibt es dort noch mehr Vorlagen (Links sind in den Kommentaren gerne gesehen). Geht man auf der Startseite von learningapps.org über den Link App erstellen, dann werden einem nur ein Teil dieser Apps angezeigt. Nach Aussage der Betreiber liegt dies daran, dass man die Übersicht einfach und handhabbar halten wollte. Man kann aber bei jeder App der Seite auch unterhalb der App auf Ähnliche App erstellen, um eine eigene App mit der gleichen Vorlage zu erstellen.

Mehrere Apps eines Themas lassen sich übrigens mit einer App-Matrix zusammenfassen. So könnte man zum Beispiel alle Apps zum Thema "Zahlenraumerweiterung bis 1 Million" zusammenfassen und den SuS so als Paket anbieten. 

 

Eine starke Sache - die Erstellung der Apps

Die Erstellung bzw. Überarbeitung der Apps ist spielend einfach und gelingt auch Einsteigern sehr schnell. Fragen und Antworten können nicht nur als Text eingetragen werden, sondern auch als Text-to-Audio-Element. Hierbei wird der eingetragene Text dann von einem Computer vorgelesen. Insbesondere für jüngere SuS und SuS mit Migrationshintergrund ist dies eine enorme Erleichterung. Ferner können zu zahlreichen Formaten auch Bilder eingebettet werden. Über eine Suchmaschine werden automatisch Bilder mit freier Lizenz gesucht und mit entsprechenden Lizenzhinweisen in die App eingebettet. Über ein Bildbearbeitungmodul können die Bilder sogar noch mit Text oder weiteren Elementen versehen werden. 

Auch Videos von Youtube lassen sich auf diese Weise einbetten. Ferner können über ein ggf. angeschlossenes Mikrofon selbst Texte eingesprochen werden. Insgesamt sind alle Bedienelemente wirklich äußert einfach gehalten und werden zudem sehr gut erläutert.

 


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Florian Emrich

Florian Emrich ist seit 2007 Lehrer an einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören der Deutschunterricht und die Arbeit mit digitalen Medien. Seit 2016 hat er zudem die Aufgaben der stellvertretenden Schulleitung übernommen.

2 Kommentare

  • Aranka Szamper

    gepostet von Aranka Szamper

    Mittwoch, 09 November 2016 18:57

    Lieber Florian!

    Vielen Dank für die Tabelle! Es ist eine sehr nützliche und brauchbare Sammlung, da einige Schablone sind an der Learningapps-Seite nicht mehr erreichbar.

    Es gibt in Ungarn eine Gruppe von sehr begeisterte Lehrern, die learningapps.org auf Ungarisch übersetzt haben. Wir haben auch eine Partner-Seite von Learningapps: http://www.kockalapok.hu und eine facebook-Gruppe. Unserer Kollege, Karl Novak, hat Deine Sammlung an facebook geteilt.
    Es gefaehlt uns sehr. Wir möchten gern eine Ungarische Version von der Tabelle machen und an kockalapok.hu und in der facebook-Gruppe veröffentlichen. Dazu möchte ich Deinen Beitrag bitten.
    Danke schön im voraus!

    Viele Grüsse von
    Aranka Szamper aus Ungarn

  • cubi

    gepostet von cubi

    Samstag, 05 November 2016 18:31

    Heute hab ich endlich mal Zeit und auch Muße gehabt, mich mit Learningapps zu befassen. Eine tolle Sache, Florian, vielen Dank fürs Vorstellen. Ich hab mich mal an drei apps zu unserem Thema Bundesland drangewagt. Bin sehr beeindruckt, da es wirklich unkompliziert ist. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das mit meiner Vierten auszuprobieren ...
    LG cubi

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